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Marburger iGEM-Team mit Silbermedaille ausgezeichnet

Marburger iGEM-Team mit Silbermedaille ausgezeichnet

Nach Monaten harter Arbeit hat das iGEM-Team aus Marburg nun seinen Beitrag während der internationalen iGEM Competition in Boston/USA präsentiert. Dieser wurde mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.


An dem studentischen Wettbewerb, der jährlich in der Disziplin Synthetische Biologie ausgetragen wird, nehmen Teams aus aller Welt teil. Am letzten Oktoberwochenende kam man zusammen, um die Arbeiten vorzustellen. Seitdem der Wettbewerb 2004 ins Leben gerufen wurde, konnten jeweils steigende Teilnehmerzahlen gemeldet werden – dieses Jahr nahmen fast 300 Teams mit über 3000 Studierenden teil. Die Universität Marburg war zum fünften Mal mit einem Team vertreten.

 In diesem Jahr hatte sich das Marburger Team mit der Fragestellung beschäftigt, wie die Synthetische Biologie Lösungen für das Problem des „Landgrabbings“ bereitstellen könnte.

Es soll versucht werden, dieses ausbeuterische Tun  zu unterbinden, da Landgrabbing, das z.B. verstärkt in Afrika stattfindet, vor allem genutzt wird, um die gestiegene Nachfrage nach „ökologischer“ Biokraftstoffproduktion der Industriestaaten zu gewährleisten, anstatt kultivierbaren Boden für die Ernährung der dort lebenden Bevölkerung zu nutzen.

 Noch vor Beginn des Projektes gewann das Marburger Team den sogenannten SYNENERGENE Grant, ein Preisgeld von 5000 EUR, das für besonders innovative und vielversprechende Projekte vergeben wird. SYNENERGENE ist ein Projekt, das von der Europäischen Kommission unterstützt und finanziert wird.

 Syndustry, das diesjährige Forschungsprojekt, könnte eine neuartige Lösung für die Produktion hochwertiger Substanzen in Mikroorganismen bieten: eine artifizielle Symbiose. Dabei setzten sich die Studierenden zum Ziel, eine künstliche Symbiose zwischen Bakterien und Hefezellen zu erzeugen, indem sie Bakterien in Hefezellen einbringen wollten. Die beiden Organismen sollen in Arbeitsteilung die Produktion von Perillaalkohol, einer Substanz, die bereits Verwendung in der Medizin und der Lebensmittelindustrie findet und ein Vorprodukt zur Herstellung von Flugzeugtreibstoff ist, ermöglichen. Die Aufteilung der Biosyntheseschritte von medizinisch oder industriell interessanten Produkten kann zu höheren Erträgen führen und würde damit eine interessante Plattform für die Industrie bieten. Durch eine zusätzliche Anheftung photosynthetisch aktiver Cyanobakterien an die Hefezellen könnte der von ihnen gebildete Zucker zur Verfügung gestellt werden und würde den Anbau von beispielsweise natürlichem Zuckerrohr als Nährstoff für die Hefe überflüssig machen. Zunächst führten die Studierenden in kleinen Schritten Pilotexperimente durch; dabei konnten sie tatsächlich erfolgreich das Darmbakterium Escherichia coli in Hefe einbringen. Des Weiteren entwickelten sie Systeme, um die Symbiose zwischen Hefe und E. coli sowie Stoffwechselwege zur Produktion von Perillylalkohol zu stabilisieren.

 Wie bereits in den vergangenen Jahren vertrat das Marburger iGEM Team SYNMIKRO auf dem Hessentag. Dort konnten Besucher DNA aus Lebensmitteln extrahieren und vor allem unterschiedliche Mikroorganismen mikroskopieren. Das zweite deutschlandweite iGEM Treffen aller deutschen und eines dänischen Teams, das mit fast 100 Teilnehmer/Innen ein voller Erfolg war, wurde ebenfalls vom Marburger iGEM Team organisiert. Die Öffentlichkeitsarbeit sowie Kollaborationen nehmen innerhalb des iGEM Wettbewerbs einen hohen Stellenwert ein und das Team konnte auch in diesen Punkten  Erfolge aufweisen. So bildet z.B. die Kollaboration mit der Universität Lethbridge, Kanada, einen weiteren wichtigen Teil ihres Projekts. Ziel war es hier, die evolutionäre Stabilität und damit verbundene Verlässlichkeit sogenannter "Killswitches" untersuchen. "Killswitches", übersetzt „Notausschalter“, dienen in der synthetischen Biologie und auch bei biotechnologischen Anwendungen dazu, die ungewollte Verbreitung genetisch modifizierter Organismen zu unterbinden.

Das Marburger Team 2016 bestand aus Studierenden der Biologie, Chemie, Physik und Medienwissenschaften und wurde tatkräftig von den SYNMIKRO-Mitgliedern Dr. Gert Bange und Dr. Tobias J. Erb unterstützt.

 

Ein herzlicher Dank geht an alle Unterstützer, Sponsoren und Förderer, die maßgeblich zur Realisierung des Projektes beigetragen haben.

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