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iGEM Meet Up Marburg

iGEM Meet Up Marburg

iGEM meets Marburg - Treffen der deutschen und eines dänischen iGEM Teams unter dem diesjähriges Motto: Syndustry–fuse–use–produce

Die Universitätsstadt Marburg konnte erneut zeigen, dass sie das Herz der synthetischen Biologie in Deutschland ist. Im Rahmen des internationalen iGEM-Wettbewerbs für Synthetic Biology hat das iGEM-Team, wie schon bereits im Vorjahr, ein großes Zusammentreffen organisiert.

Alle 13 deutschen und ein dänisches Team kamen Anfang August in Marburg zusammen und im neuen Gebäude des Sprachatlas stellten die rund einhundert engagierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchs- wissenschaftler ihre Projekte vor.

Neben den Vorträgen der Studentinnen und Studenten gab es Gastvorträge des stellvertretenden geschäftsführenden Direktors von SYNMIKRO, Prof. Dr. Victor Sourjik, von Dr. Wiebke Wlotzka über die Graduiertenschule des Max-Planck-Institutes für terrestrische Mikrobiologie, von Herrn Wolfgang Liprecht, Vertreter der Stadt Marburg, und von Traci Haddock-Angelli, der Vertreterin des iGEM Headquarters in Boston, USA, deren Besuch von allen Teilnehmenden besonders gewürdigt wurde.

Abseits der wissenschaftlichen Programmpunkte fand Samstagnachmittag auf den Afföllerwiesen ein Soccer Turnier statt. Das Treffen wurde überaus positiv aufgenommen; die Vernetzung aller SynBio-interessierten Gruppen innerhalb Deutschlands hat zu einem angeregten Gedankenaustausch und verantwortungsvoller Forschung geführt. Nun werden alle Teams bis Ende Oktober weiter an ihren Projekten arbeiten. Zusammentreffen werden sie wieder am letzten Wochenende im Oktober in Boston, wo der Wettbewerb ausgetragen wird.

Das Projekt des Marburger Teams befasst sich mit dem grundlegenden Thema der Endosymbiose. Endosymbiose bezeichnet einen Zustand, bei dem der Symbiont im Wirtsorganismus lebt, was für beide einen Vorteil generiert. Seit langem gilt Endosymbiose als ein essenzieller Schritt in der Evolution von komplexeren Zellen. Die sogenannte Endosymbionten-Theorie wiederum beschreibt die Entwicklung von Organellen, beispielsweise Chloroplasten, die zu einem früheren Zeitpunkt der Evolution eigenständige Mikroorganismen waren. Sie wurden, der Hypothese folgend, von der Zelle aufgenommen und nicht verdaut, sondern zum eigenen Vorteil, beispielsweise zur Produktion von energiereichen Zwischenprodukten, genutzt.

In ihrem Projekt arbeitet das interdisziplinäre Team der Marburger Universität an artifizieller Endosymbiose. Das bedeutet, dass kleinere Organismen in größere Zellen geschleust werden. Dieses künstliche endosymbiontische System soll dazu genutzt werden, Produktionsprozesse zwischen Wirt und Symbiont nach deren Stärken aufzuteilen mit dem Ziel, bestimmte zelluläre Prozesse zu erleichtern oder gar erst zu ermöglichen. Durch photosynthetisch aktive Symbionten könnte so zum Beispiel eine Reduzierung der Abhängigkeit von Zuckernahrung erreicht werden.

Der Wettbewerb fördert auch die Kommunikation der Teams mit der Gesellschaft und Wirtschaft. In diesem Teil des Wettbewerbs setzt sich das Marburger Team mit Landraub (landgrabbing) von Unternehmen zur Produktion höherwertiger Produkte, wie beispielsweise Medikamenten und Treibstoffen auseinander. Landgrabbing benachteiligt besonders afrikanische Staaten, die ihre Ackerflächen statt für ihre Bevölkerung einer globalen Wirtschaft preisgeben. Für diese Initiative wird das diesjährige Team von Synenergene, einer Initiative der europäischen Kommission und dem Rathenau Institut in den Niederlanden, finanziell und intellektuell unterstützt. Eine ökonomische Analyse verschiedener Faktoren soll die Stärken und Schwächen von biotechnologischen Alternativen aufdecken, um so notwendige Änderungen in der Prozessoptimierung, der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik und den ökologischen Aspekten vorzuschlagen.

Zur Gewährleistung biologischer Sicherheit arbeitet das diesjährige Team mit dem iGEM-Team der Universität Lethbridge, Kanada, zusammen, um eine Datenbank der bereits vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen, so genannte killswitches, aufzustellen. Diese verhindern, dass gentechnisch veränderte Organismen, sollten sie unabsichtlich in Verkehr gebracht werden, überleben. In der Datenbank sollen diese Vorkehrungen auf ihre Stabilität und Effektivität hin geprüft werden.

Das iGEM-Team Marburg 2016 wird nach einer intensiven Arbeitsphase im Oktober das Projekt in Boston am MIT vor den über 300 internationalen Teams vorstellen und hofft, die Erfolge der vorherigen Jahre noch auszubauen. In 2015 kam das Team mit einer Goldmedaille zurück nach Marburg.

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