News Details

Großprojekt erforscht Binnenstruktur von Bakterien

Großprojekt erforscht Binnenstruktur von Bakterien

SYNMIKRO Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Gießen und München die molekulare Struktur von Bakterien

Der neu eingerichtete Sonderforschungsbereich/Transregio 174 der Universitäten Marburg, Gießen und München erhält 6,4 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Die interne Organisation von Bakterien und deren Dynamik steht im Fokus eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB/Transregio 174). Sprecher des Verbundprojekts mit dem Titel „Räumlich-zeitliche Dynamik von Bakterienzellen“ ist Prof. Dr. Martin Thanbichler, wissenschaftliches Mitglied von SYNMIKRO. Gefördert werden weiter: Prof. Dr. Anke Becker, Prof. Dr. Lotte Sogaard-Andersen, Prof. Dr. Peter Graumann, Prof. Dr. Peter Lenz, Prof. Dr. Victor Sourjik, Dr. Gert Bange und Prof. Dr. Kai Thormann.

Das Innenleben von Bakterien galt lange als ungeordnete Ansammlung von Enzymen und anderen Makromolekülen. Zwar wisse man seit Jahrzehnten, dass Proteine gezielt auf bestimmte Bereiche innerhalb der Bakterienzelle, wie etwa die Zellhülle oder das Zellinnere, verteilt werden, legt Martin Thanbichler dar, aber innerhalb dieser Binnenräume sah man deren Anordnung bis vor wenigen Jahren als weitgehend zufällig an. Inzwischen zeigen neue Ergebnisse, dass bakterielle Zellen viele ihrer Bestandteile mit außerordentlicher Präzision und in zeitlich variablen Mustern im dreidimensionalen Raum positionieren. Diese Binnengliederung steuert entscheidende zelluläre Prozesse, etwa Zellteilung und Wachstum. Ihr Verständnis schafft daher wichtige Grundlagen für die Entwicklung neuer Antibiotika oder das Design künstlicher Bakterien für technische Anwendungen. Unser mangelndes Wissen war bislang vor allem eine Folge technischer Beschränkungen, ergänzt Thanbichler. Dem solle das neue Konsortium nun abhelfen, erläutert die stellvertretende Sprecherin des Sonderforschungsbereichs Prof. Dr. Kirsten Jung von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie verwies dabei auf jüngste Fortschritte in Mikroskopie und Bildgebungsverfahren, die ganz neue Möglichkeiten eröffneten, mit hoher Genauigkeit und im Detail darzustellen, wo sich Zellkomponenten befinden und wie sich deren Position über die Zeit verändert. Der Sonderforschungsbereich führt die Arbeitsgruppen aus Marburg und eine aus Gießen mit acht Münchner Teams von der Ludwig-Maximilians-Universität, der Technischen Universität sowie dem Max-Planck-Institut für Biochemie zusammen. Aus den experimentell ermittelten Daten sollen theoretische Modelle entwickelt werden, die zeigen, wie die Vielzahl miteinander interagierender Faktoren zu einer funktionalen Einheit integriert werden. Um zu testen, ob wir das Zusammenwirken richtig verstanden haben, sollen ausgewählte Systeme dann nachgebaut werden, erläutert Thanbichler.

SYNMIKRO Young Researchers Groups

Almost all scientific members of SYNMIKRO are actively involved in DFG’s Collaborative Research Centers (Sonderforschungsbereiche), Research Training Groups (Graduiertenkollegs), or other Cooperative Research projects. Alongside performing adventurous experiments, and reporting excellent science, SYNMIKRO substantially promotes potential Young Research Group Leaders by constantly keeping its doors open to welcome and support Young Researchers planning to set up an Independent Research Group.
Our Young Research Groups