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Europaweit einzigartiges Gerätezentrum in Marburg eingerichtet

Europaweit einzigartiges Gerätezentrum in Marburg eingerichtet

SYNMIKRO richtet ein DFG-Gerätezentrum zur Erforschung der Dynamik und Struktur von biologischen Makromolekülen ein.

Das „Marburger Gerätezentrum für Interaktion, Dynamik und Struktur biomolekularer Komplexe“ erhält in den kommenden drei Jahren insgesamt über eine halbe Million EUR an Fördergeldern von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Im Fokus des Gerätezentrums steht die Aufklärung des dynamischen Verhaltens und der Struktur von Proteinen und Protein-Komplexen. Proteine spielen in allen Lebewesen vielfältige und unverzichtbare Rollen dank ihrer Fähigkeit, unzählige Wechselwirkungen mit anderen Proteinen oder biologischen Komponenten eingehen zu können. Um besonders bei Krankheitsverläufen die Rolle von Proteinen auf molekularer Ebene besser zu verstehen und dadurch bessere Wirkstoffe gegen diese Krankheiten entwickeln zu können, ist es von Bedeutung, die Struktur und das dynamische Verhalten betroffener Proteine im Detail zu untersuchen, wozu das Marburger Gerätezentrum einen wichtigen Beitrag liefern wird.

 

Die Analyse des dynamischen Verhaltens von Proteinen wird im Zentrum durch die Methode der Wasserstoff-Deuterium Austausch Massenspektrometrie (im Englischen: Hydrogen-Deuterium eXchange Mass Spectrometry, kurz: HDX-MS) entscheidend verbessert. „In einem "Dynamik"-Experiment lassen sich zum Beispiel sehr einfach diejenigen Kontaktflächen bestimmen, über die ein Protein mit seinem natürlichen Partner interagiert. Dieses Wissen ist nicht nur wichtig für ein genaues Verständnis der eigentlichen Wirkweise des Proteins, sondern bietet auch die Grundlage für das gezielte Design von Wirkstoffen, die die Funktion des Proteins entweder ausschalten oder korrigieren. Dies ist auch für die rationale Entwicklung neuer Antibiotika gegen krankheitserregende Bakterien entscheidend“, erklärt Dr. Gert Bange. Prof. Dr. Lars-Oliver Essen betont, dass HDX-MS die an der Philipps-Universität schon länger etablierte Protein-Röntgen-Kristallstrukturanalyse ideal komplementiert.

Um die innovative HDX-MS-Methode mit deren interessanten und vielfältigen Möglichkeiten vielen Forschungsgruppen innerhalb und außerhalb von Marburg zugänglich zu machen, haben die SYNMIKRO Forscher Gert Bange, Uwe Linne und Lars-Oliver Essen das „Marburger Gerätezentrum für Interaktion, Dynamik und Struktur biomolekularer Komplexe“ im Fachbereich Chemie der Philipps-Universität initiiert und eingerichtet. Dr. Linne erwähnt, dass es sich hierbei um ein derzeit europaweit einzigartiges Zentrum handelt, wie den Antragstellern auch von unabhängigen Gutachtern der Deutschen Forschungsgemeinschaft bescheinigt worden ist.

Kontakt: Dr. Gert Bange   gert.bange@synmikro.uni-marburg.de

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